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Verfahrensablauf der Papierrestaurierung Brandgeschädigtes Papier zerfällt bereits bei geringer Berührung. Durch Weiterentwicklung von Restaurierungsverfahren, der Papieranfaserung und der Papierspaltung wurde eine kombinierte Systemtechnologie für die Restaurierung von brandgeschädigtem Papier entwickelt. Extraktion von Schadstoffen Zur Sicherung von verbrannten Blattbereichen ist eine allseitige Fixierung der einzelnen Blätter in Kompressen notwendig. Der Berührungsfreie Verfahrensablauf erfolgt in Kompressions-Kassetten, die in einer Tauchbecken-Anlage zum Einsatz kommen. Für jedes brandgeschädigte Blatt ist eine papierschonende Kompakt-Nassbehandlung unumgänglich. Eine Destabilisierung der morbiden Papiersubstanz ist dabei ausgeschlossen. Nach vorliegendem Befund kommen wasserbelebte Anreicherungen, bio-chemische Reinigungsverfahren und Sauerstoff-Anwendungen zum Einsatz. Die Kompakt-Nassbehandlung bietet optimale Voraussetzungen zur Beseitigung von Ruß-Konzentrationen, von bioziden Ablagerungen und von verkeimten Löschwasser-Rückständen. Zusätzlich ist eine wesentliche Faserverfestigung und Neuverfilzung der geschädigten Papiere zu verzeichnen. Teilstabilisierung durch Papieranfaserung Die Papierspaltung, als invasiver Eingriff in die Papiersubstanz, wird nur an extrem brandgeschädigtem Papier praktiziert. Der Arbeitsablauf der Papierspaltung, inklusive einer maschinellen, beidseitigen Gelatine-Beschichtung, garantiert eine hundertprozentige Bewahrung der Originalsubstanz. Pulverisierte und brandgeschädigte Papierfasern werden durch bio-polymere Stabilisatoren zusammen mit einer hauchdünnen, verfilzten Fasermasse im Inneren des Papiers implantiert. Nach der Papiertrocknung erfolgt eine enzymatische Kompakt-Nassbehandlung, um die allseitig umhüllende Gelatine-Schutzschicht von dem restaurierten Schriftgut zu entfernen. Geringe unsichtbare Gelatinereste verliehen den Papierfasern eine zusätzliche Langzeitstabilität. Das restaurierte Schriftgut besitzt eine uneingeschränkte Benutzungsfähigkeit und steht durch Mikroverfilmung und Digitalisierung einer vielseitigen Benutzung zur Verfügung. Zusammenfassung Nach vorliegendem Befund des brandgeschädigten Schriftgutes der Herzogin Anna Amalia Bibliothek stehen die Experten vor einer bislang unbekannten restauratorischen und technologischen Herausforderung. Der brandgeschädigte, historisch gewachsene Gesamtbestand zählt zu den Schätzen des Weltkulturerbes, den es in seiner Gesamtheit mit zuverlässiger Restaurierungsqualität zu bewahren gilt. Der Schadensumfang umfasst mehrer Millionen Blätter, die bereits beim Umblättern in Asche zerfallen. Inzwischen stehen Neu- und Weiterentwicklungen der Restaurierungsmethodik und der gerätetechnischen Ausstattung für brandgeschädigtes Papier zur Verfügung. Alle Verfahrensabläufe werden durch das Qualitätsmanagementsystem DIN EN ISO 9001 abgesichert. Die Restaurierungsergebnisse sind gekennzeichnet durch: - Eliminierung von Rußkonzentraten, von Flugasche, von Löschwasser-Rückständen mit starker Geruchsbelästigung
- Eliminierung von mikrobiellen, bioziden und chemischen Kontaminationen
- Uneingeschränkte Lesbarkeit und Benutzbarkeit von Handschriften auch im brandgeschädigten Blattrandbereich
- Gewährleistung einer nachhaltig stabilen Restaurierungsqualität
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